Pferdeheu – Infos zu Schnittzeitpunkt, Hygiene, Rohfasergehalt

Eine traurige Bilanz liefert aktuell eine bundesweite Statistik für Pferdemedizin. Demnach sind mehr hustende Pferde unbrauchbar als hinkende. Dahinter vermutet man häufig schimmeliges Heu und muffige Ställe. Auch die Zahl der Magenkoliken bei Pferden hat rasant zugenommen. Durschnittlich sind Pferde nach 10 Jahren verschlissen und das obwohl Pferde bis weit über 20 Jahre einsatzbereit wären.

Die sehr sensiblen Atmungsorgane und der empfindliche Verdauungstrakt des Pferdes erfordern ein hygienisch einwandfreies Futter. Verderbanzeiger wie Lager- oder Schimmelpilze belasten den Organismus der (nicht nur) Pferde sehr. Aus diesem Grund sollte ein trockenes und sauberes Heu einen sehr hohen Stellenwert in der Futterproduktion einnehmen.

Pferdeheu: Der ideale Schnittzeitpunkt

Die Produktion von Heu für Wiederkäuer unterscheidet sich maßgeblich zu der für Pferde.
Während bei Wiederkäuern ein möglichst hoher Energiewert am Wichtigsten ist, steht bei Pferdeheu die Sauberkeit und ein hoher Rohfasergehalt an erster Stelle. Verabschieden sollte man sich allerdings vom „uralt“ Futter. Das ist Schnee von gestern. Auch das andere extrem, also Energieheu, ist für Pferde nicht zu empfehlen. Aber wann ist nun der ideale Schnittzeitpunkt für Pferdeheu? Der ideale Schnittzeitpunkt ist sehr stark vom Pflanzenbestand des Feldes abhängig und damit variabel. Eine allgemein gültige Aussage zum idealen Schnittzeitpunkt lässt sich allerdings dennoch treffen. So sollte der Rohfasergehalt bei Heu für Pferde zwischen 28% und 32% liegen. Verdauungsunterstützend ist auch längeres Heu ab ca. 20 cm. Durch längeres Futter verlängert sich die Kauzeit und damit die Einspeichelung. Der Speichel dient als Puffer und kann eine Magenübersäuerung verhindern. Gerade wenn das Futter einen geringeren Rohfasergehalt wie oben empfohlen hat, ist längeres Futter förderlich.

Rasierschnitt vermeiden

gutes Heu ist grün, sauber, frisch und aromatisch und dabei staub- und schimmelfrei. Das gelingt mit einer Heutrocknung

Bei der eigentlichen Futterernte, also beim mähen, sollte man unbedingt einen Rasierschnitt  (5 cm zum Boden) verhindern. Die Gefahr einer zusätzlichen Futterverschmutzung ist höher als der zusätzliche Hektarertrag. Bei der Trocknung am Feld ist eine gleichmäßige Verteilung des Heus wichtig. Dadurch gewährt man auch eine gleichmäßige Abtrocknung. Für den ersten Kreiselvorgang haben sich an der Zapfwelle Umdrehungen bis zu 500 U/min bewährt.

Beim dritten Kreiselvorgang sollte man die Umdrehungen auf 340-400 U/min reduziert haben um nicht nur Stengel zu ernten.
Die Einbringung des Heus sollte erst bei einer Restfeuchte von 12% erfolgen. Lagerfähig ist Heu zwar ab bereits 14%, allerdings gibt der Stengel nach und nach noch etwas Restfeuchte ab. Dadurch kann das Futter wieder anfeuchten. Um die Futterfeuchte am Feld für Neulinge zuverlässig festzustellen, bieten wir spezielle Messgeräte an. Profis stellen die Restfeuchte des Futters mit sensorischen Fähigkeiten fest (fühlen, hören).

Vorteile einer Heutrocknung

Rundballentrocknung: Eine Heutrocknung verbessert die Heuqualität maßgeblich!

Da die Wetterbedingungen für Bodenheu nicht besser werden, investieren mehr und mehr Landwirte in eine maschinelle Heutrocknung. Durch die verkürzte Feldlagerzeit kann der ideale Schnittzeitpunkt besser genutzt werden und eine Verpilzung durch zu hohe Restfeuchtigkeiten im Futter ist ebenso Geschichte.

Weiteres bleiben die Blätter durch weniger Heuwenden auf der Pflanze. Dort befinden sich die meisten Vitamine und Nährstoffe die ansonsten oft am Feld liegen bleiben. Ein viel geringer Nährstoffverlust durch den Einsatz einer maschinellen Heutrocknung ist das Ergebnis. Durch die Optimierung des Schnittzeitpunktes und die viel geringeren Blattverluste sparen vielen Betriebe selbst bei tragenden und bei Leistungspferden bis zu 50% Kraftfutter. Nach der Umstellung auf eine Heutrocknung empfehlen wir eine Futtermittelanalyse durchzuführen und die Ergebnisse in der Fütterung umzusetzen!

Pferdezuchtbetrieb und Heutrocknung bei Olympiasieger Mario Matt – Video

Mario Matt, Olympiasieger im Slalom 2014 in Sotschi und Pferdezüchter in Flirsch am Arlberg betreibt seit mehreren Jahren eine eigene LASCO Heutrocknung. In einem kurzen Video gab er seine Erfahrungen weiter.

hochwertiges Pferdeheu kaufen

Pferdeheu kaufen. Das sollte man beachten

Besitzt man Pferde aber keine eigenen oder zu wenig Fläche, muss Pferdeheu gekauft werden. Hier ist Vorsicht geboten! Das bei manchen Landwirten angepriesene Pferdeheu hält oftmals die versprechen nicht! Das ist oft noch nicht mal ein versteckter böswillig verschwiegener Mangel sondern der Tatsache geschuldet, dass bspw. Schimmelsporen zwei bis drei Meter tief wurzeln können.

Neben einer repräsentativen „Heu-Probesendung“ sollte somit  auch eine aussagekräftige Heuanalyse (Futteranalyse) Bestandteil der Sendung sein. Diese sollte nicht nur die generellen Nährstoffe des Futters beschreiben sondern auch mikrobiologische Gehalte beinhalten. Der Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Forschungs-und Untersuchungsanstalten (VDLUFA) führt Tabellen mit Richtwerten zur Interpretation der mikrobiologischen Gehalte. Bakterien-, Schimmelpilz- und Hefekeimgehalte werden in 4 Stufen (Grenzwerte) eingeteilt und je nach Beschaffenheit des Futters und des Tieres interpretiert. Das Futtermittelanalyselabor Rosenau kann solche Analysen durchführen.

Weitere Informationen zum Thema Heutrocknung finden Sie hier.

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Infos zu Fotos: Drei Pferde Shutterstock, Rest lasco.at

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