Die Heuwirtschaft ist zurück. Mit Technik von heute!

Die Heuwirtschaft ist zurück. Mit Technik von heute!

 

450ha getrocknetes Heu. Es geht auch ganz groß
450ha getrocknetes Heu. Heuwirtschaft ist auch für große Betriebe kein Traum mehr.

Mit über 8000 Heumilchbauern bildet Österreich eine der Speerspitzen am europäischen Heumilchmarkt und das obwohl in den 1970er Jahren der Siegeszug der Silowirtschaft begann. Noch nie dagewesene Flächenleistungen konnten plötzlich schneller als zuvor geerntet und konserviert werden. Die Heuwirtschaft geriet deshalb in vielen Regionen Europas in völlige Vergessenheit. Nicht so in Österreich. Die Gründe dafür sind von geografischer aber auch politischer Natur.
Während die Silagekette mit sehr guten Futterwerten aufhorchen ließ, suchten die Landwirte nach zusätzlichen Möglichkeiten um die Heuqualität zu verbesseren. Das war die Geburtsstunde der klassischen Heubelüftung. Diese Belüftungen waren, verglichen mit den heutigen, im Betrieb sehr kostenintensiv und damit ineffizient.

Durch den Einsatz moderner Trocknungstechnik haben sich Futterqualität und die mögliche Schlagkraft an das Niveau der Silagekette angeglichen.

Vorteile von maschineller Heutrocknung

Futtermittelanalysen sprechen eine klare Sprache. Maschinell getrocknetes Heu braucht den Vergleich mit Grassilage nicht zu scheuen. Wenig verwundernswert. Der Schnittzeitpunkt ist nahezu ident und durch die geringere Feldliegezeit werden die Blattverluste reduziert. Und völlig verlustfrei ist auch die Silagekette nicht. Denn das, was die Blattverluste in der Heuwirtschaft sind, sind die Gärverluste in der Silagewirtschaft. Die Gärverluste in der Silagekonservierung wiegen sich in etwa mit den Bröckelverlusten in der Heuwerbung auf.

Der ideale Schnittzeitpunkt

Der Schnittzeitpunkt entscheidet darüber, wie viele bzw. welche Nährstoffe und Energie die geerntete Pflanze in sich trägt. Während dem Ähren-Rispenschieben erhalten wir ein optimales Verhältnis zwischen Ertrag und Energiedichte. Vom Ähren-Rispenschieben spricht man, wenn ca. 50% der Leitgräser des Bestandes die Ährenspitzen seitlich aus der Blattscheide herausdrängen.

Bei idealem Schnittzeitpunkt lassen sich Grundfutterleistungen von bis zu 6500 kg Milch pro Kuh und Jahr erzielen.

wie-erkennt-man-gutes-heuVorteile

  • kurze Feldliegezeit
  • idealen Schnittzeitpunkt nutzen
  • geringe Bröselverluste
  • hinsichtlich der Inhaltsstoffe vergleichbar mit Grassilage

Was kann getrocknetes Heu noch?

  • getrocknetes Heu hat einen angenehmen aromatischen Duft (Fremdenverkehr + Lebensqualität)
  • Vermarktungschance: Heumilch ist gesehen am europäischen Markt ein Nischenprodukt
  • Produktion großartiger Käsespezialitäten ohne Zusatzstoffe
  • Heu ist leichter als Silage

Wie erkennt man gutes Heu?

Neben einer professionellen Futtermittelanalyse kann auch eine sensorische Bewertung des Heus durchgeführt werden. Darunter versteht man eine Bewertung mit den zur Verfügung stehenden Sinnesorganen (sehen, riechen, fühlen).

Farbe: Je intensiver das natürliche Grün des Heus desto höher kann der enthaltene ß-Carotin Anteil im Futter angesehen werden. Als Vorstufe von Vitamin A wird ß-Carotin für wichtige Funktionen im Körper benötigt.

Struktur/Aussehen: Je besser die einzelnen Pflanzen erhalten bleiben, desto höher ist auch der Blattanteil. Ein Zeichen für geringe maschinelle Bearbeitung. Überwiegen die Gräser? Sind die Stängel verholzt? Hier lassen sich Rückschlüsse auf den Schnittzeitpunkt ziehen.

Geruch: Kräftig daran riechen. Hinterlässt der Geruch ein beisendes Stechen im Abgang können sich Schimmelpilze im Heu befinden.