Mit warmer Luft trocknen – Patrick Müller zeigt wie es geht.

Familie Müller hat sich für einen Landritherm Warmluftofen entschieden um Heu zu trocknen.

Ein Schweizer Milchbauer trocknet sein Heu seit drei Jahren mit einem mobilen Biomasse-Warmluftofen.

Im Technikraum stehen zwei doppelseitig saugende Lüfter. Diese werden dank Wickelfalzrohre gleichmäßig mit Wärme vom Warmluftofen versorgt.

Biobauer Patrick Müller kann seine Grünflachen in der voralpinen Hügelzone in der Schweiz fünf Mal im Jahr nutzen. Früher wurde das Heu am Betrieb ausschließlich mit einer Kaltbelüftung getrocknet. Der Landwirt sagt: „Lüfter sind Stromfresser. Wir hatten eine schlechtere Dürrfutterqualität. Vor allem beim ersten Schnitt in der zweiten Maihälfte haben wir immer viel Masse und die Witterung ist für die Kaltbelüftung noch nicht optimal.“ Hinzu kam, dass die Heulüfter nordseitig angebaut waren und die angesaugte, kalte Luft das Heu im Frühjahr und Herbst nur langsam trocknete.

Im Frühjahr 2016 entschied sich der Landwirt für einen Warmluftofen. Er erzählt: „Wir fuhren mit dem Anhänger ins oberösterreichische Pöndorf, haben uns das System direkt bei LASCO angeschaut und gleich mitgenommen.“Der Ofen blieb gleich am Anhänger, den der Landwirt extra dafür angeschafft hat. Mit Winkeleisen hat er den 1.850 kg schweren Brenner am Hänger festgeschraubt und kann ihn so jederzeit umstellen. Die kompakte Anlage braucht lediglich einen 380 Volt Stromanschluss. Für die steckerfertige, vollautomatische Hackgutanlage mit Warmluftschlauch und Ofenrohr hat er 42.000 Franken (etwa 37.000 Euro) netto bezahlt. Alternative Pelletofen wurden ihm auch angeboten. Er winkt ab: „Für mich als Waldbesitzer ist Hackgut eine geniale Lösung.“ Im Vergleich zu den preiswerteren Stückgutöfen spart sich der Landwirt mit seiner Anlage das häufige Nachlegen der Scheiter.

Müller mäht bevorzugt nachmittags mit dem Aufbereiter und zettet noch am selben Tag. Am nächsten Tag fährt der Landwirt das Heu mit 35 bis 45 % Restfeuchte nach dem erneuten Zetten ein. Im Frühling lässt er das Heu zwei Tage anwelken.
Je nach Witterung braucht Müller 50 bis 70 m3 Hackgut jährlich für die Trocknung von bis zu 3.000 m3 Heu. Das Holz kommt aus dem eigenen Wald. Je nach Holzqualität läuft der Ofen mit einer Füllung bis zu 17 Stunden lang. Jeweils nach den Melkzeiten lässt der Landwirt mit dem Teleskoplader zwei Schaufeln Hackgut in den 2,5 m3 großen Vorratsbehälter seiner 150 kWh-Anlage rieseln. Über eine Schnecke wird der Brennraum fortlaufend von unten mit Brenngut beschickt. Damit wird gleichmäßig Energie freigesetzt.

Der Warmluftofen wurde neben dem Gebäude aufgestellt. Der isolierte Warmluftschlauch aufgehängt sodass dieser die Durchfahrt nicht stört.

Vom Brenner führt ein isolierter Wärmeschlauch die 60°C warme Luft über drei Austragsrohre in den Saugbereich, wo die 15 kW-Lüfter stehen. Die Lüfter drücken die warme Luft, vermischt mit Außenluft von unten in die zwei 500 m3 fassenden Heuboxen, in denen das Heu bis zu sechs Meter hoch auf einem Baustahlgitterrost geschüttet wird. Um nicht zu viel Wärme zu verlieren, hat der Landwirt den Boden von unten isoliert. Seit er die neue Anlage hat, belüftet er durchgehend, bis das Futter nur noch eine Restfeuchte unter 14 % hat. „Man sieht ob das Heu trocken ist, wenn es nicht mehr an der Heuzange hängen bleibt“, erklärt er. Müllers Heu trocknet nun ein bis zwei Tage schneller als mit den Lüftern allein. Er spart Strom und ist weniger von der Außenluft abhängig. „Früher haben wir gebangt bis das Futter unter Dach dürr war. Jetzt weiß ich, dass die Trocknung passt“, sagt er erleichtert. Patrick Müller fasst zusammen: „Unser Heu ist jetzt grün, nicht mehr braun. Damit hat sich der Appetit der Kühe verbessert und es gibt auch etwas mehr Milch.“

Text und Fotos: Karin CH. Taferner, Landwirt Redakteurin für Kundenmagazin Heuwelt

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